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Dialog und Begegnung der Religionen

«Internationaler» Kirchensonntag in Wyssachen. Das Bild zeigt die Mitwirkenden des Gottesdienstes: Chor, Familien Sunarjo und Rasiti, Andreas Zürcher, Fritz Wirth, Barbara Loosli, Ulrich Steffen und in der Mitte Botschafterin Rustam mit ihrem Gatten. Bild: bhw
 
Kirchensonntag Wyssachen. Ein ganz besonderer Besuch ehrte die Kirchgemeinde Wyssachen am Kirchensonntag mit dem Thema «Nachbarschaft, die Frieden schafft»: Lucia H. Rustam, Botschafterin von Indonesien in der Schweiz, nahm am Gottesdienst im Kirchgemeindehaus teil. An der Gestaltung des Anlasses waren Doris und George Sunarjo sowie die Familie Rasiti beteiligt. Der Chor Hosanna umrahmte die Feier musikalisch.


Von seiner schönsten Seite zeigte sich das Wetter am Sonntagmorgen in Wyssachen und hiess so mit einer strahlenden Sonne die speziellen Gäste willkommen. Sehr kurzfristig wurde beim Organisationsteam des Kirchensonntags bekannt, dass sich Lucia H. Rustam, Botschafterin der Republik Indonesien, in Wyssachen einfinden würde. Die Botschafterin kam, um den Chor Hosanna zu hören, in welchem Landsleute von ihr mitsingen, die in der Schweiz leben.

Herzliche Begrüssung
Im Namen der Einwohnergemeinde begrüsste Vizegemeindepräsident Ulrich Steffen Botschafterin Rustam und ihren Gatten. Nachbarschaft und Freundschaft können Frieden schaffen, sie sind seit jeher Tradition in allen Kulturen, sagte Ulrich Steffen zu den Gästen. Andere Sitten und Gebräuche zu kennen, erweitert den Horizont, und als Zeichen der Offenheit überreichte der Vizegemeindepräsident von Wyssachen der Botschafterin aus Indonesien einen bunten Blumenstrauss. Mit herzlichen Worten hiess auch Barbara Loosli, Präsidentin der Kirchgemeinde Wyssachen, die indonesischen Gäste und ihre Exzellenz, Botschafterin Rustam, willkommen. Auch wenn die Schweiz und Indonesien keine direkten Nachbarn sind, waren Freude und Ehre gross, den speziellen Besuch begrüssen zu können. Als Erinnerung überreichte Barbara Loosli der Botschafterin Fotokarten der Kirche sowie essbare Produkte, die in der Gemeinde hergestellt wurden.

Nachbarschaft, die Frieden schafft
In Deutsch und Indonesisch begrüsste Doris Sunarjo die Gottesdienstbesucher. Das Vorbereitungsteam für den Kirchensonntag in Wyssachen war sich einig, das vom Synodalrat vorgegebene Thema praktisch umzusetzen, und darum wurden alle ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde persönlich eingeladen. Ebenfalls wirkte der Chor Hosanna an der Feier mit Liedern aus Indonesien mit. Der Chor besteht seit rund 14 Jahren und wird aus Indonesiern und ihren Ehepartnern gebildet. Anfangs traf sich die Gruppe nur, um die indonesische Weihnachtsfeier zu umrahmen. Mit wunderbaren Liedern treten sie nun auch an kirchlichen und Wohltätigkeitsanlässen auf. Eine Einführung ins Thema des Kirchensonntags, «Nachbarschaft die Frieden schafft», machte Andreas Zürcher, Kirchgemeinderatsvizepräsident. Die lange Tradition des Anlasses sieht vor, dass der Gottesdienst durch Laien gestaltet wird. In diesem Jahr bildeten in Wyssachen die Familien Sunarjo und Rasiti, Fritz Wirth und Andreas Zürcher das Team. Die Frage war, ob eine kleine Kirchgemeinde zum Thema überhaupt etwas bewirken könnte. Dass Nachbarschaft, die Frieden schafft, in Wyssachen eine Chance haben kann, zeigte der Gottesdienst. In der Gemeinde sind 88 Prozent der Bevölkerung reformiert, sechs Prozent konfessionslos, vier Prozent römisch-katholisch, ein Prozent Moslem und ein Prozent andere Konfessionen. Auch wenn Wyssachen noch nicht «global» ist, leben doch Menschen mit einem anderen kulturellen und religiösen Hintergrund im Dorf. Der Kirchensonntag bot Gelegenheit, einander zu begegnen, sich auszutauschen und sich näher zu kommen.

«Liebe deinen Nächsten…»
Die andere Lebensweise kam im Interview mit Familie Rasiti zum Ausdruck, aber auch in der Predigt von Georges Sunarjo. Er stellte die Zehn Gebote in den Mittelpunkt und die Geschichte um den barmherzigen Samariter. Er gab den Gottesdienstbesuchern aber auch die Worte des Leitbildes der Kirchgemeinde Wyssachen auf den Weg. Als Aufgabe gab er den Anwesenden mit, sich zu fragen «Wer ist mein Nächster, den ich bis jetzt vernachlässigt habe?», und «Was kann ich für ihn tun»? Lernen wir etwas vom barmherzigen Samariter, meinte George Sunarjo.

Diplomatische Beziehungen
Zum Schluss des Gottesdienstes richtete auch Botschafterin Rustam einige Worte an die Anwesenden. Sie freute sich, in Wyssachen zu sein und war beeindruckt von den verschiedenen Voten am Kirchensonntag. Seit 1952 existieren zwischen der Schweiz und Indonesien diplomatische Beziehungen. Mit Michline Calmy-Rey besuchte erstmals eine Bundespräsidentin der Schweiz im Amtsjahr Indonesien. Rund 1900 Indonesierinnen und Indonesier leben in der Schweiz, vor allem in Zürich, Basel, in der Waadt und in Genf. Barbara Heiniger


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